Essaypreis Werkstattgeschichte

WERKSTATTGESCHICHTE – eine Werkstatt für kritische und innovative Geschichtsschreibung.

WERKSTATTGESCHICHTE wendet sich an diejenigen, für die Geschichte ein Experimentier- und (Re-)Konstruktionsfeld ist, dessen Gestalt sich je nach den Fragen, die gestellt werden, verändert. Die Zeitschrift ist ein Ort, an dem über Geschichte und ihre AkteurInnen ebenso reflektiert wird wie über historisches Forschen und Schreiben. Sie bietet Platz, konventionelle Perspektiven zu durchbrechen und neue Formen der Darstellung zu erproben. Der Erfolg von WERKSTATTGESCHICHTE in den vergangenen Jahren hat gezeigt, dass Bedarf an einer wissenschaftlich neugierigen und methodologisch experimentellen Geschichtszeitschrift besteht.
 
WERKSTATTGESCHICHTE erscheint dreimal im Jahr. Jedes Heft enthält einen Themenschwerpunkt mit Forschungsaufsätzen, deren Spektrum von der frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert, von Europa bis Afrika und Amerika reicht. Im Mittelteil von WERKSTATTGESCHICHTE finden Debattenbeiträge ebenso Platz wie Werkstattberichte, in denen es auch um methodologische Fragen gehen soll. Der dritte Teil beinhaltet kritische Aufsätze und Berichte zu Austellungen, Filmen und Tagungen, die sich mit historischen Themen beschäftigen. WERKSTATTGESCHICHTE ist eine unabhängige Zeitschrift. Sie wird allein durch die AbonnentInnen, KäuferInnen, AnzeigenkundInnen und nicht zuletzt durch die unbezahlte Arbeit ihrer MitarbeiterInnen finanziert. Anders als manche universitär alimentierte Zeitschrift muss sich WERKSTATTGESCHICHTE auf den Markt und auf die Resonanz ihrer LeserInnen stützen. Von deren Bereitschaft, WERKSTATTGESCHICHTE als unabhängiges wissenschaftliches Projekt durch Abonnements zu fördern, hängt die Existenz der Zeitschrift ab. Ein Abonnement von WERKSTATTGESCHICHTE ist daher zugleich ein Beitrag für eine offene Wissenschaftskultur.
 
NEU ist auch das Archiv der WERKSTATTGESCHICHTE. Auf http://werkstattgeschichte.de stehen die Beiträge aus alten Heften sowie die Rezensionen aller Hefte kostenlos zum Download bereit.

ISSN 0942-704X

 

Ein Abonnement für drei Ausgaben pro Jahr kostet 37,00 € inklusive Versand innerhalb Deutschlands. Das Einzelheft kostet 14,00 €.
Bestellung möglich per Mail an info@klartext-verlag.de sowie telefonisch unter 0201/804 82 40 oder per Fax an 0201/804 68 10. Weitere Informationen finden Sie außerdem auf http://werkstattgeschichte.de.

 

Hier finden Sie Infos zum Essaypreis 2018:

Essaypreis

Die Zeitschrift WerkstattGeschichte hat sich stets als ein Forum verstanden, das für Experimente offen ist. Sie will ein Ort sein, an dem über Geschichte ebenso reflektiert wird wie über historisches Forschen und Schreiben.

Gutes Schreiben hat es schwer in Zeiten, in denen der Zwang zum raschen Publizieren Voraussetzung für die Karriere ist. Oft ist die Form kein maßgebliches Kriterium. Um dem etwas entgegenzusetzen, haben der Klartext Verlag und WerkstattGeschichte 2012 den Essaypreis WerkstattGeschichte ins Leben gerufen. Gerade die Form des Essays erlaubt intellektuelle und stilistische Zuspitzungen, gibt Raum für Gedankenexperimente und kann Perspektiven auf unseren Alltag eröffnen, die sonst zu kurz kommen.

Das Thema des vierten Essaypreises WerkstattGeschichte lautet: „Die Wahrheit der Geschichte?“

Vom Drehen wird einem leicht schwindelig. All die „turns“ der letzten Jahre haben den Geschichtswissenschaften vielleicht nicht dermaßen zugesetzt, dass sie sich erst einmal setzen müssten. Aber wenigstens vorsichtiger sind sie geworden. Sie haben etwas Tastendes bekommen. Wie es eigentlich gewesen oder was die historische Wahrheit sei – das kommt den meisten nicht mehr so leicht über die Lippen. Viele Historikerinnen und Historiker haben die wichtigste Wendung, den „linguistic turn“, so verinnerlicht, dass sie an die eine wahre Geschichte von oder über etwas nicht mehr gut glauben können. Unterschiedliche Perspektiven auf einen Gegenstand, aber auch unterschiedliche (konkurrierende) Geschichten werden damit möglich.

Allein, können wir uns das leisten? Rücken die erhitzten politischen Auseinandersetzungen der letzten Jahre eine Geschichte im Plural nicht in die Nähe eines gefährlichen Relativismus? Sollen wir schweigen, wenn Wahlen manipuliert, Fakten verzerrt und die Geschichte als Kronzeugin für fragwürdige Propaganda-Aktionen missbraucht werden? Gibt es nicht die Pflicht zum professionellen Widerspruch, wenn eine historische Tatsache verdreht und die Wahrheit politischen „spin doctors“ und manipulativen Trollen geopfert wird? Andererseits haben wir Historikerinnen und Historiker zuletzt immer wieder zu Recht den nur historisch zu denkenden Charakter von Wissen und Erkenntnis betont. Laufen wir also Gefahr, einem vereinfachenden Welt- und Wissenschaftsverständnis das Wort zu reden, wenn wir uns einreihen und dem „march for science“ anschließen? Schließlich: Wie wird im Alltag der Geschichtswissenschaften mit diesem Problem umgegangen? Mit welchen (impliziten und expliziten) Wahrheitskonzepten und Methoden wird gearbeitet?
Wir glauben, dass die Auseinandersetzung über den Zusammenhang von Geschichte und Wahrheit zur Selbstvergewisserung unseres Tuns beiträgt und freuen uns auf Ihre Beiträge.

Eingeladen sind ausdrücklich alle, die sich mit Geschichte in darstellerischer und analytischer Absicht beschäftigen. Der (unveröffentlichte) Essay soll 12 bis 15 Seiten umfassen (max. 27.000 Zeichen inkl. Leerzeichen), auf Deutsch abgefasst sein und bis zum 30. Juni 2018 an den Klartext Verlag – Stichwort: Essaypreis – gesandt werden.

Eine Jury, bestehend aus dem Preisträger von 2016, Pablo Dominguez Andersen, dem Wissenschaftshistoriker Michael Hagner sowie den Mitherausgeber/innen von WerkstattGeschichte Sebastian Kühn, Eva Lehner, Stefan Mörchen, Eckart Schörle, Veronika Springmann, Michael Wildt und Malte Zierenberg wird die anonymisierten Texte begutachten und den/die Gewinner/in benennen.

Der/die Preisträger/in erhält ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro. Der Essay wird auf dem Historiker/innentag 2018 in Münster präsentiert und in WerkstattGeschichte veröffentlicht. Die Jury behält sich vor, weitere Essays zur Veröffentlichung vorzuschlagen.

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