Veronica Sass Dissertation

Die Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU), Veronica Saß, verliert ihren Doktortitel. Nach umfassender Prüfung sei der Promotionsausschuss zu dem Ergebnis gekommen, dass erhebliche Teile ihrer Dissertation abgeschrieben seien, teilte die Universität Konstanz am Mittwoch mit. Saß will den Beschluss der Hochschule nicht hinnehmen und notfalls dagegen klagen.

Ihre Münchner Rechtsanwälte erklärten, die Entscheidung der Universität Konstanz sei falsch. Man werde sie vor den Verwaltungsgerichten anfechten. Saß sei nicht die Möglichkeit gegeben worden, „nach der bevorstehenden Geburt ihres Kindes persönlich vor dem Promotionsausschuss Stellung zu nehmen“.

Uni: Saß hatte „angemessene Gelegenheit“ zur Stellungnahme

Die Universität wies die Vorwürfe zurück. Man habe Saß eine „sehr angemessene Gelegenheit“ zur Stellungnahme gegeben, sagte eine Universitätssprecherin. Ihre Schwangerschaft sei im Rahmen des Prüfverfahrens unter anderem durch die wiederholte Verlängerung der Äußerungsfrist berücksichtigt worden. Saß habe eine Einladung zu einer persönlichen Anhörung erhalten, sie jedoch nicht angenommen.

Die Anwaltskanzlei, die Saß vertritt, erklärte dazu, es sei ein ärztliches Attest vorgelegt und um einen späteren Termin gebeten worden. Dies habe die Universität „nicht nachvollziehbar und gegen alle Rechtsgrundsätze abgelehnt“.

Nach Angaben der Universitätssprecherin lag dem Promotionsausschuss im Prüfungsverfahren eine umfangreiche schriftliche Stellungnahme der Anwälte von Saß vor. Der offizielle Bescheid der Universität gehe Saß in den nächsten Tagen zu. Anschließend habe sie vier Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen.

Rektor: Grundregeln wissenschaftlicher Redlichkeit verletzt

Uni-Rektor Ulrich Rüdiger erklärte, Saß sei der Doktorgrad entzogen worden, weil die rechtlichen Voraussetzungen für seine Verleihung nicht vorgelegen hätten. Er verwies auf die Regeln wissenschaftlicher Redlichkeit, wonach eine Doktorarbeit einen eigenständigen wissenschaftlichen Beitrag zum Fortschritt eines Faches beinhalten müsse.

An der Universität Konstanz erkläre jeder Doktorand bei Abgabe der Dissertation, dass die Arbeit selbst verfasst und fremde Literatur als solche gekennzeichnet sei. „Wird diese Grundregel wissenschaftlicher Redlichkeit nachweislich verletzt, ist es an der Universität, ihr wieder Geltung zu verschaffen“, betonte Rüdiger.

Wortwörtliches Plagiat über knapp 40 Seiten

Saß soll bei ihrer rechtswissenschaftlichen Doktorarbeit mit dem Titel „Regulierung im Mobilfunk“ zahlreichen Stellen von anderen Autoren abgeschrieben und damit die Standards wissenschaftlichen Zitierens verletzt haben. Laut der Internetseite „VroniPlag Wiki“ enthält die Arbeit unter anderem ein fast durchgängiges, wortwörtliches Plagiat von knapp 40 Seiten.

Unter anderem soll die Juristin Zeitungsartikel, Pressemitteilungen von Verbänden sowie Artikel der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia verwendet haben, ohne die Quellen in ihrer Arbeit zu nennen. Die Hamburger Rechtsanwältin Tanja Eisenblätter wirft Saß vor, bei ihr abgeschrieben zu haben. „25 Seiten wurden wortwörtlich übernommen, ohne Nennung der Quelle“, kritisierte Eisenblätter.

Uni Konstanz hatte Prüfverfahren im Februar eingeleitet

Die Universität Konstanz hatte Mitte Februar von den Vorwürfen erfahren. Daraufhin wurde der Promotionsausschuss des Fachbereichs Rechtswissenschaft einberufen, der ein Prüfverfahren einleitete. Nachdem die Frist für Stellungnahmen abgelaufen war, kam der Promotionsausschuss in dieser Woche erneut zusammen und beschloss, Saß den Titel abzuerkennen.

Im Zusammenhang mit den Plagiatsvorwürfen ermittelt seit einem Monat die Staatsanwaltschaft Konstanz gegen Saß, nachdem dort eine Anzeige eingegangen ist. Geprüft wird der Vorwurf der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung. Die Staatsanwaltschaft warte nun auf den Eingang des Berichts der Universität und werde dann selbst nachprüfen, ob eine strafbare Handlung vorliege, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Mit einem Ergebnis sei erst im Sommer zu rechnen.

gxs/dapd

Stolperfalle Plagiat: Edmunds Stoiber Tochter Veronica Saß wurde der Doktortitel aberkannt.

Karl-Theodor zu Guttenberg wurde der Doktortitel aberkannt, Silvana Koch-Mehrin steht Medienberichten zufolge kurz davor und Veronica Saß, Tochter von Edmund Stoiber hat nun ebenfalls ihren Doktortitel verloren.

Der Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten, Veronica Saß, wurde nun von der Universität Konstanz der Doktortitel entzogen. Erhebliche Teile der Dissertation von Edmund Stoibers Tochter seien Plagiate, teilte die Universität Konstanz am Mittwoch mit. Die Doktorarbeit sei umfassend geprüft worden.

Wie Uni-Rektor Ulrich Rüdiger erklärte, sei Veronica Saß der Doktorgrad entzogen worden, weil die rechtlichen Voraussetzungen für seine Verleihung nicht vorgelegen hätten. Er verwies auf die Regeln wissenschaftlicher Redlichkeit, wonach eine Doktorarbeit ein  eigenständiger wissenschaftliche Beitrag zum Fortschritt eines Faches sein muss. An der Universität Konstanz erkläre jeder Doktorand bei Abgabe der Dissertation, dass die Arbeit selbst verfasst und fremde Literatur als solche gekennzeichnet sei. "Wird diese Grundregel wissenschaftlicher Redlichkeit  nachweislich verletzt, ist es an der Universität, ihr wieder Geltung zu verschaffen", betonte Rüdiger.  dapd

Themen Folgen

Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *